Unsere Orgel

Wenn man in der Sulinger Kirche die Orgel betrachtet, dann blickt man auf einen barocken Orgelprospekt aus dem Jahr 1736 des bekannten Orgelbauers Christian Vater und vermutet eine dementsprechende Orgel. Die Orgeln Christian Vaters waren klanglich und technisch qualitativ hochwertige Instrumente, wie man dies an den heute noch erhaltenen Orgeln zum Beispiel in Gifhorn oder Melle erleben kann. In Sulingen ist außer dem Prospekt (Schauseite der Orgel) leider nicht mehr von Vater erhalten geblieben.

Die heutige Orgel wurde in zwei Bauabschnitten in den Jahren 1961 und 1967 von den Orgelbaufirmen Hammer und Schmidt & Thiemann aus Hannover errichtet. Wie zu der Zeit häufig üblich wurde die Orgel aus minderwertigen Materialien gebaut und auch klanglich wenig ansprechend gestaltet (kaum Fundament und Wärme, dafür viele spitze bis schreiende Klänge). Die Sulinger Orgel war selbst für damalige Verhältnisse eine Fehlkonstruktion mit vielen baulichen Mängeln. Von 1961 bis 2008 waren insgesamt zehn (siehe Abschnitt: „Kleine Orgelgeschichte der Sulinger St. Nicolaikirche“) mehr oder minder große Umbauten, Restaurierungen und Reparaturen notwendig, um den Klang, die Klangabstrahlung und die Spielbarkeit zu sichern, bzw. zu verbessern. Alle Maßnahmen haben letztendlich nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Zwei unabhängige Gutachten von Orgelsachverständigen der Landeskirche aus den Jahren 2015 und 2016 kommen zum selben Ergebnis. Die zahlreichen Umbauten, Reparaturen und Nachintonationen der letzten Jahrzehnte haben die technischen und klanglichen Probleme der Orgel nicht beseitigen können. Nahezu alle verbauten Materialen sind von schlechter und nicht auf Dauer haltbarer Qualität. Die letzten Arbeiten im Jahr 2008 an der Orgel sind lediglich dazu geeignet, dass das Instrument in nächster Zeit halbwegs störungsfrei funktioniert. Es lohnt nicht weiteres Geld in dieses Instrument zu investieren. Beide Gutachter empfehlen dem Kirchenvorstand einen Orgelneubau anzustreben und zu planen.

Die gravierendsten Mängel

  • Minderwertiges Orgelgehäuse aus Sperr- und Weichhölzern; tragende und Klang abstrahlende Funktion ist nicht gewährleistet
  • Windkanäle und Kondukten aus Plastik
  • Unsensible, schwergängige Spieltraktur mit vielen Abstrakten aus Aluminium; Umlenk- und Drehpunkte mit Kunststoff gefüttert und nicht mehr gleitfähig
  • Ausgeschlagene Manualklaviaturen mit großem seitlichen Spiel; beginnen zu klappern
  • Registertraktur größtenteils aus Aluminiumgestängen und Plastikelementen
  • Wellenbretter aus billigster Spanplatte; unfachmännisch zugeschnitten
  • Beläge der Spielventile lösen sich auf
  • Viele Pfeifen sind deformiert und lassen sich nicht mehr stimmen
  • Die Intonation der Orgel ist extrem unausgeglichen; die meisten Register habe keine gute Verschmelzungsfähigkeit untereinander